Tschernobyl-Gedenkfeier

Im Schlösslespark

Mahnung zur Gefahr der Atomenergie

 

 

 

Mit Gesichtsmasken, großen Abständen zueinander, mit Absperrband getrennt vom Weg, begingen 35 Pfullinger am 26. April den 35. Gedenktag zur Erinnerung an die Katastrophen der zivilen Nutzung der Atomkraft in Tschernobyl im Jahr 1986 und Fukushima vor zehn Jahren.

Der Arbeitskreis “Unser Leben“ im CVJM Pfullingen freue sich, dass es gelungen sei, in diesem Jahr wieder einen Gedenkgottesdienst an der inzwischen schon sehr hohen Trauerbirke im Schlösslespark begehen zu können, so Ulrike Schmid. Die Birke war einst vom Arbeitskreis als Erinnerungsort gepflanzt worden. 

Die beiden Katastrophen der Atomkraftwerke hätten immerhin dazu geführt, dass wenigstens in Deutschland für diese Energieform das Ende bevorstehe; im Jahr 2022 solle ja das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. An den Orten der Katastrophen allerdings sei noch gar nichts gut, so Schmid. Zwar versuche die ukrainische Regierung inzwischen das Gebiet um den havarierten Atommeiler in Tschernobyl wirtschaftlich zu nutzen, es vor allem auch zu einem touristischen Anziehungspunkt zu machen. Aber dort werde immer wieder - beispielsweise durch Waldbrände – der Boden aufgewühlt und dabei viel Radioaktivität freigesetzt.

Auch in Fukushima versuche die japanische Regierung Normalität zu suggerieren im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen, so Irmtraud Winterling. Aber auch dort sei nichts normal.  Die Möglichkeiten, radioaktiv verseuchtes Wasser aus den zerstörten Meilern zu lagern, seien bald erschöpft; die Verklappung im Meer werde vorbereitet unter dem Protest von Fischern und Nachbarstaaten.

„Sechs Atomkraftwerke arbeiten derzeit noch im Land“, ihm machten vor allem die Vorgänge in Neckarwestheim, nur 70 Kilometer Luftlinie von Pfullingen entfernt, Sorgen, weil dort starke Risse an Kühl-Rohren beobachtet würden: Wenn nur mehr als eines der Tausend Rohre platze, so Dr. Gerhard Wolf, dann sei auch hierzulande ein Supergau möglich, fürchtet er.

Zu merken sei bei vielen Leuten, die diese Unfälle nicht mehr so richtig in Erinnerung haben, der Trend, sich „viele kleine Atomkraftwerke“ zu wünschen, um eine Technik zur CO2-Einsparung zu bekommen. Aber die Risiken der Atomtechnik blieben auch da bestehen.  Wer sich mit der Problematik beschäftigen wolle, könne sich derzeit gut im Fernsehen mit der Serie „Chernobyl“ informieren, so Wolf.

 Mit verschiedenen Beiträgen eines kleinen Posaunenchors und mit Worten aus dem Schöpfungsbericht der Bibel mahnte schließlich Susanne Hofmayer an die Aufgabe der Menschen, sich zur Bewahrung der Schöpfung wie „umsichtige Gärtner“ zu verhalten und Verantwortung für den Lebensraum Erde zu tragen. Waren bei früheren Veranstaltungen der Pfullinger Gruppe oft schlechtes Wetter und  Kälte prägend, so zeigte sich in diesem so von der Pandemie betroffenen Jahr eine freundliche Sonne über der Gedenkgemeinde.

 

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